Wie Du ein glänzendes Ende hinlegst: Die Schlussbemerkungen Deiner Bachelorarbeit

Was hast Du in Deiner Arbeit zeigen wollen, was konkret gefragt, wie hast Du die Fragen beantwortet und was sind Deine Ergebnisse? Diese Fragen sollten im letzten Kapitel Deiner Bachelorarbeit betrachtet werden. Welche Tücken dabei lauern und wie Du gelungene Schlussbemerkungen schreibst, erfährst Du hier:

Von vornherein Zeit einplanen

Der Grund für viele schlechte Schlussbemerkungen in Bachelorarbeiten ist eine zu knappe Planung. Wenn Du hingegen genügend Zeit für Dein Schlusskapitel einplanst, beugst Du einem komplexen Fehler vor: Du setzt Dich nicht unter Zeitdruck beim Schreiben dieses Kapitels, damit gibst Du ihm die Chance, genau so gut zu werden wie der Rest der Arbeit, weil Du genug Zeit zum Überarbeiten und drüber Schlafen hast.

Schlussbemerkungen, Fazit, Zusammenfassung, Ausblick, Resumeé – Was ist was?

All dies sind potentielle Überschriften für das letzte Kapitel einer Arbeit, Schlussbemerkungen ist die allgemeinste Formulierung, es gibt zwischen den Begriffen aber feine Unterschiede. Zunächst: Zusammenfassung und Resumée sind identisch, letzteres ist einfach nur französisch. Die Zusammenfassung sollte auf jeden Fall in Deinem letzten Kapitel vorkommen. Hier besteht die Herausforderung (noch stärker als in der Einleitung) darin, die wesentlichen Punkte Deiner Bachelorarbeit zu wiederholen und dabei weder etwas zu unterschlagen, noch zu ausufernd zu werden. In der Zusammenfassung muss auf jeden Fall nochmals Deine Forschungsfrage genannt werden und Du erklärst, wie Du an die Beantwortung der Frage heran gegangen bist. Du erläuterst nochmals Deine Methode und Dein Vorgehen und gehst etwas detaillierter auf die Ergebnisse Deiner Arbeit ein. Alle Ergebnisse Deiner Arbeit müssen vor den Schlussbemerkung schon genannt worden sein. Wenn Du hier noch mit neuen Ergebnissen oder Antworten auf Deine Frage aufwartest, wirkt das fahrig und unprofessionell.

Die Kernfrage im Fazit lautet: Was folgere ich aus meinen gewonnenen Erkenntnissen, was kann man damit anfangen? In ein Fazit gehört also ein solcher Satz: „Ich habe in dieser Arbeit bewiesen, dass Tomaten hochgiftig sind, daher sollte die Regierung dringend den Verkauf und Anbau von Tomaten verbieten.“ Wie Du auch an diesem Beispiel siehst, darfst Du im Fazit Deine eigene Meinung kundtun. Dabei gilt: Vieles ist erlaubt, solange Du es wissenschaftlich fundiert begründest. Aber saug‘ Dir nichts aus den Fingern, nur Standpunkte, von denen Du völlig überzeugt bist, haben einen Platz in der Bachelorarbeit.

Nicht ganz dasselbe wie ein Fazit ist der Ausblick: Hier dürfen dieselben Inhalte wie beim Fazit herein, aber der Ausblick fordert – wie der Name vermuten lässt – einen weiteren Blickwinkel. Welche angrenzenden Themenfelder wurden in Deiner Bachelorarbeit nicht beachtet, werden aber von Deinen Ergebnissen möglicherweise tangiert? Welche Konsequenzen lassen sich aus Deinen Ergebnissen ziehen? Welche Entwicklungsrichtung zeichnet sich ab, was befürwortest Du als Experte für Dein Thema und wovor warnst Du, was vermutest Du?

Auch hier ist Deine Meinung gefragt, wie beim Fazit. Beides ist als Unterkapitel deines letzten Kapitels möglich, kann aber auch einfach ein eigener Absatz sein – je nachdem wie viel Text es ist. Für eine halbe Seite lohnt sich keine eigene Kapiteluntergliederung.

Gut aufbauen

Die Schlussbemerkungen Deiner Bachelorarbeit sollten, wie schon die Einleitung, in die drei großen Teile Einleitung, Hauptteil und Schluss gegliedert sein. Mit einem einleitenden Satz kannst Du zum Beispiel die untergliederten Abschnitte vorstellen. Zu Beginn Deiner Schlussbemerkungen solltest Du in jedem Fall die Zusammenfassung schreiben. Anhand Deiner Zusammenfassung sollte erkennbar sein, was Du in Deiner Bachelorarbeit gefragt und bearbeitet hast. Eine schlüssige Reihenfolge sieht danach ein Fazit, in jedem Fall zuletzt den Ausblick vor, da hier die durch deine Arbeit aufgeworfenen Fragen oder Forschungsschwerpunkte genannt werden.

Scheu Dich nicht davor, Punkte aus der Einleitung zu wiederholen, das ist normal. Die Einleitung kann Dir sogar als Gedächtnisstütze dienen, alle hier angerissenen Punkte sollten in den Schlussbemerkungen wieder aufgegriffen werden, selbstverständlich aber nicht der Wortlaut.

Im Schlussteil Deiner Schlussbemerkungen formulierst Du ein bis drei griffige Sätze, die die Ergebnisse und die Bedeutung Deiner Arbeit knapp aufzeigen. Nimm Dir Zeit dafür, dies sind die letzten Worte, die Dein Prof oder andere Leser von Deiner Arbeit vor Augen haben.

Zu guter Letzt

Man kann es gar nicht oft genug betonen: Ausreichend Zeit am Ende des Bachelorarbeitsprozesses ist Gold wert! Nimm Dir diese vorher eingeplante Zeit und lass Deine Arbeit, auf jeden Fall aber Einleitung und Schlusskapitel Korrektur lesen. Und geh die Korrekturen dann sorgfältig durch. Außenstehende haben einen ganz anderen Blick auf Deine Arbeit, letztendlich liegt es aber in Deinem Ermessen, was Du änderst und was nicht.

Lies Dir Deine Arbeit in Ruhe durch, (ausgedruckt liest es sich übrigens entspannter und gewissenhafter als am Bildschirm) und überprüfe, ob in Deinen Schlussbemerkungen alles drin steckt, was Du zu Deiner Arbeit zu sagen hast.

Und vergiss bitte vor lauter Freude über Deine fertige Arbeit nicht die Selbstständigkeitserklärung einzufügen und zu unterschreiben!